Akiko Nikami überzeugte am Klavier

13.Sep.2011 |20:00

Klavierabend in Bordesholm


Den künstlerisch mittlerweile überragenden Wert der Bordesholmer Konzertreihen unterstrich die aus Tokio stammende Pianistin Akiko Nikami bei ihrem Konzert in der Kundenhalle der Bordesholmer Sparkasse. Mit Werken von Robert Schumann, Bela Bartok und Felix Mendelssohn Bartholdy gab es die ganze Bandbreite musikalischer Emotionen zu hören.

Bartoks "Tanzsuite" zeigte in ihrer behutsamen Dissonanz das zerrissene Lebensgefühl ihrer Entstehungszeit in den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Mendelssohns "Scherzo a capriccio fis-Moll U 113" war dagegen ein romantischer Ausflug mit ironischen Spitzen, während Schumanns "3. Sonate f-Moll op. 14" majestätisch, vor Gefühlen überbordend und exzessiv dramatisch daherkam. Eine Riesenanstrengung war das für die Studentin an der Berliner Universität der Künste, die Akiko Nikami mit Bravour meisterte und Appetit auf die "Herbstklänge mit Liszt und ..." in der Christuskirche machte.

- Holsteinischer Courier (Neumünster) 16. Sep. 2011 -

Perlende Läufe und wuchtige Akkorde - Akiko Nikami gab bewegendes Klavierkonzert

13.Sep.2011 |20:00

Klavierabend in Bordesholm


Bordesholm. Die Pianistin Akiko Nikami brillierte in der Hauptstelle der Bordesholmer Sparkasse vor geladenem Publikum. Rund 200 Gäste erlebten am Dienstag ein bewegendes Klavierkonzert in der Schalterhalle des Geldinstitutes.

Nachdem sich die Mitglieder des Vereins zur Förderung der Musik in der Klosterkirche nach ihrer Sitzung mit ihren Klappenstühlen einen Platz gesucht hatten, startete die noch junge japanische Preisträgerin des renommierten Zwickauer Robert-Schumann-Preises mit der Novelle fis-Moll op. 21, Nr. 8 aus der Feder Schumanns. Ein Werk, das auf Grund seiner Komplexität der Motive und des Aufbaus sehr viel musikalisches Fingerspitzengefühl erfordert, um seine vertrackten Strukturen klanglich herauszuarbeiten und dem Publikum "zu erklären". Nikami gelang das in bestechender Manier. Perlende Läufe, wuchtige Akkorde und lyrische Passagen verknüpfte sie zu einer musikalischen Novelle, die immer mehr an Bewegung gewann.

Mit der Tanzsuite von Béla Bartók, ursprünglich für Orchester komponiert, erwartete die Zuschauer ein "sperriges" Werk, das von dissonanten und extrem aufeinander prallenden Gegensätzen geprägt ist - ein spielerischer Kraftakt für jeden Pianisten. Mit Grandezza und "fliegenden" Händen kulminierte das Werk in einem grandios dargebotenen Finale. Pathos, Leidenschaft und Rasanz verlieh Nikami der abschließenden Grande Sonate f-Moll, op. 14 von Schumann. Das Werk sei "ein einziger Herzensschrei nach Dir", hatte einst Robert Schumann an seine Frau Clara geschrieben. Der "Schrei" war in der Interpretation von Akiko Nikami nicht zu überhören. Nicht enden wollenden Applaus war der Lohn für das bemerkenswerte Konzert.

- kol, Holsteiner Zeitung / Kieler Nachrichten 16. Sep. 2011 -

Genialer Musik den Puls gefühlt - Schumann-Preisträgerin spielt am Ort ihres Sieges

12.Jun.2011 |19:30

Klavierabend SCHUMANNIANA im Rahmen vom Schumann-Fest 2011

Zwickau - Der Steinway-Flügel im Zwickauer Robert-Schumann-Haus hat seine Launen. Er kann, wenn ihm danach ist, mehr donnern und rumoren als klingen. Sonntagabend, als Akiko Nikami beim Schumann-Fest gastierte, zeigte sich das Instrument von seiner Sonnenseite, ließ warme, helle Töne hören und war auch durch das rascheste Tempo nicht in Verlegenheit zu bringen.

Die 1979 geborene Japanerin, die seit 2002 in Berlin lebt und dort an der Universität der Künste zugleich studiert und unterrichtet, errang 2008 beim 15. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb den 2. Preis. Seither hat sie noch um einiges zugelegt, wie ihr von gut 80 Zuhörern besuchter Abend "Schumanniana" mit Clara oder Robert Schumann gewidmeten Werken zeigte. Bei Frédéric Chopins Ballade g-Moll op. 23 ließ der Gast in Sachen Virtuosität kaum Wünsche offen, präsentierte rasante Akkordketten und dichte, blitzende Läufe. Bei aller Eleganz kam jedoch auch das Unruhige, Bohrende des Stücks nicht zu kurz. Von seltener Kraft war der dunkel getönte Anfang von Schumanns Sonate fis-Moll op. 11, und auch darüber hinaus blieb die Solistin dicht am Puls dieser an Schönheiten wie Abgründen reichen Musik. Mit Clara Wiecks drei Romanzen op. 11 stellte Akiko Nikami überzeugende Proben für das Tonsatztalent der Leipzigerin vor. Von Bedrich Smetana und Vincent d'Indy erklangen leichte Stücke, die die Pianistin in bezaubernder Schlichheit darzubieten wusste. Und Johannes Brahms' sensibel gestaltete Schumann-Variationen fis-Moll op. 9 verrieten tiefe Vertrautheit mit der Satzkunst des Komponisten.

Der von wohltuender Bescheidenheit geprägte Auftritt der Musikerin wurde mit langem, begeistertem Applaus bedacht.

- vm, Freie Presse 14. Juni 2011 -

Junges Duo harmoniert prächtig - Im Konzert der Schumann-Plus-Reihe gastieren Akiko Nikami und Roy Amotz - Publikum spendet reichlich Beifall

15.Aug.2010 |17:00

Duoabend mit Roy Amotz in Schumann Haus, Zwickau


Zwickau. Was eine couragierte Pianistin ist, die weiß auch unter "erschwerten" Bedingungen zu glänzen. Akiko Nikami hatte am Sonntagabend beim Konzert der Schumann-Plus-Reihe im ausverkauften Schumann-Haus nur einen Programmpunkt für sich allein. Ansonsten musizierte sie im Duo mit dem Querflötisten Roy Amotz. Dabei standen Stücke auf dem Programm, die meist die virtuosen Möglichkeiten des Blasinstruments in den Vordergrund stellten - so Friedrich Kuhlaus "Euryanthe"-Variationen oder Carl Reineckes "Undine"-Sonate.

Der 1982 in Jerusalem geborene Amotz nutzte die Gunst der Stunde und bot - sich von Werk zu Werk steigernd - Beachtliches. Allein die Tatsache, dass er nach der Pause ununterbrochen gefordert war, zuletzt mit Sergei Prokofievs später D-Dur-Sonate, nötigt höchste Achtung ab. Doch die drei Jahre ältere, aus dem südjapanischen Fukuoka stammende Akiko Nikami, hat sich gleichfalls bestens in Szene gesetzt. Zum einen begleitete sie den über enorme Gestaltungskraft verfügenden Bläser mit großem Einführungsvermögen. Das war ein gegenseitiges Geben und Nehmen, wie man es auch auf diesem ausgewiesenen Podium nicht alle Tage erlebt. Zum anderen zeigte die junge Dozentin an der Berliner Universität der Künste in ihren Soli, was leider immer rarer zu werden scheint: Persönlichkeit, unbedingte Hingabe. Hervorzuheben dabei ihr dichtes, die Töne auch in den technischen Passagen wie Gesang klingen lassendes Legato. Und Nikami strotzte, war forte oder fortissimo vorgezeichnet, vor Kraft, akzentuierte scharf, dabei jederzeit virtuos bleibend.

Die Vorzüge kamen der 2. Preisträgerin des Robert-Schumann-Wettbewerbs 2008 auch bei den Novelletten Nr. 2 und 6 des Zwickauer Meisters zugute. Die Anfang 1838 entstandenen, Leidenschaft für Clara Wieck und Trennungssorgen - die Geliebte war auf Konzertreisen - atmenden Stücke gelten als technisch anspruchsvoll und gestalterisch, um es vorsichtig auszudrücken, als nicht gerade dankbar. Bei Akiko Nikami war jeder Ton, jede Stimme zu vernehmen und Schumanns Poesie, wo sie sich nicht vollends entfaltete, lag zumindestens immer in der Luft.

Das Duo Nikami/Amotz, das kurzfristig für den kanadischen Pianisten Ludwig Sémerjian einsprang, der sich nach einem Autounfall noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte fühlt, durfte sich über reichlich Beifall freuen.

-Von Volker Müller, Freie Presse 17. Aug. 2010 -

...Eine überzeugende Balance aus Bravour und Intimität, Intellekt und Sinnlichkeit...

05.Jun.2008 |15.Jun.2008

15. Internationaler Robert-Schumann-Wettbewerb für Klavier und Gesang, Zwickau


... Oder nehmen wir die in Runde 1 oft gewählte fis-Moll Novellette op. 21 Nr. 8 - diese geniale, jean-paul-haft verschachtelte Klavier-Erzählung. Kaum jemand beachtet Schumanns Vorschrift, das Tempo solle sich in den Teilen "Fortsetzung und Schluss" nach und nach von einer "nicht zu raschen" Bewegung aus steigern. Solchen Tempo-Sog versteht und gestaltet nur die in Berlin studierende Japanerin Akiko Nikami, die später den 2. Preis gewinnt und nicht nur hier eine überzeugende Balance aus Bravour und Intimität, Intellekt und Sinnlichkeit findet.

- Michael Struck, Piano News Mai 2008 -